:POWEREDBY_broken.hearted:
LiebLINK des Monats

ja, ich weiß, liebLink ist von einslive geklaut, aber es gibt eben keine neuen ideen mehr auf dieser welt. leihen ist erlaubt, art has to be copied, hab ich mal auf photocase.com gelesen, und überhaupt und sowieso.

knightsofcydonia.com







leider kenne ich die englischen titel der meisten filme nicht, also kein poster für mich.
auf jeden fall mal die mysace-profile anklicken
23.9.06 19:11


blubb

ich hab meinen log-in für den "kunst und gemüse" blog vergessen. nun ja, werd das alles mal zu myspace transferieren.

deswegen die letzte rezension - auch schon ein bisschen älter - erst mal hier:


Thomas Glavinic, Der Kameramörder

"Medienkritik", heißt es in den Rezensionen, ein schonungsloser Einblick.
Tatsächlich ist es Kritik am Menschen selbst, die hier geübt wird. Frühstück zur Tageszeitung, Abendbrot zur Tagesschau, Cornflakes zu Erdbeben in der Türkei, Leberwurstbrot
zu Terroranschlag in Palästina. Das Unglück passiert doch immer nur den anderen.
Im Roman ist es ein sadistischer Doppelmord an Kindern, vom Mörder festgehalten auf Kamera, von einem Privatsender ausgestrahlt in Millionen von Haushalte,
von zwei gelangweilten Ehepaaren während der Osterfeiertage mit perfider Neugierde verfolgt.
Kalt ist die Sprache, protokollierend, sezierend,. Ob Federballtunier, Menüfolge des Ostermahls, Kartenspiel oder die Ausstrahlung des Mordvideos - mit klinischer
Akribie geht der namenlose Ich-Erzähler ins Detail und bleibt dabei so unpersönlich, dass es den Leser frösteln lässt. Die ausführlichen Beschreibungen anscheinend
unwichtiger Tätigkeiten und Gegenstände, die Unbeteiligtheit des Erzählers, all das mag auf die Nerven gehen, all das mag einigen nicht stimmig erscheinen,all das vermag einige Leser
sogar zu langweilen - siehe einige der Rezensionen bei Amazon. Doch das Nagen an den Nerven ist das Ziel des Autors und stimmig ist das Bild allemal: Man kann ihn
vor sich sitzen sehen, den Protokollanten, hören, wie er mit monotoner Stimme pflichtbewusst seine Aufzeichnungen ausführt.

Wirklich zu überzeugen vermag Glavinic dennoch nicht.
Nicht ist wirklich neu an der Geschichte. Nun gibt es eben keine wirklich Neuen Geschihten, alles war schon einmal da, das Problem hier ist nur: Meistens war es besser. Und wenn besser auch nur bedeutet: nervtötender.
Die Pointe war schon vor der Lektüre bekannt, ihre Überraschungskraft kann somit nicht beurteilt werden. Leser, die mehr als nur einen Thriller gelesen haben,
werden aber wahrscheinlich früh auf derartige Ideen kommen.
Die Kritik, wer auch immer nun ihr eigentliches Ziel gewesen sein sollte, ist beizeiten seltsam flau, oder schlimmer gar, sie wird zu platt. Da stürzen sich Kameras aus aller Welt auf einen kleinen Ort - das
ist die unrealistischte Stelle in diesem Roman, in dieser medienbestimmten Welt würde eine derartige Tat diese Aufmerksamkeit heute nicht mehr bekommen, grausam ist
es, aber Terrorverdacht besteht nicht. Ein Privatsender strahlt ein Video aus, mit Werbeunterbrechungen: so what? So läuft das Geschäft. Das Ende macht es dann zu explizit. Das
hätte es nicht gebraucht.
Eindringlicher schon die Szenen der Kartoffelchips-verschlingenden Zuschauer. Das Video wird aufgezeichnet, der Stoppknopf gedrückt, wenn gerade das Eis
ausgegangen ist. Man fühlt sich seltsam ertappt, nimmt sich vielleicht sogar vor, die Nahrungsaufnahme während der Abendnachrichten einzustellen und sitzt am nächsten Morgen doch
wieder mit der Tageszeitung über dem Kaffee.
Dennoch das Gefühl: Etwas fehlt in diesem Roman. Die letzte Konsequenz.

Der Vergleich mit American Psycho liegt nahe. Ellis geht in seinem Beschreibungswahnsinn jedoch viel weiter, noch mehr Details, über Dinge, die man eigentlich nie
wissen wollte - gemeint sind jetzt mal die Sorbets und Marken von Herrenanzügen und Songs von Whitney Houston - reiht Aufzählung an Aufzählung,
Beschreiung an Beschreibung, bis der Leser das Buch frustiert an die Wand werfen möchte und bei der bloßen Erwähnung des Wortes "Sorbet" einen hysterischen Anfall
bekommt. Einige haben so wahrscheinlich die Lektüre des Buches frustriert aufgeben - wie es anscheinend auch bei Glavinic der Fall war.
Nerven als Stilmittel - in Ellis Falle durchdachter, penetranter, eben konsequenter.
Und im Kontext verständlich, wenn zuvor Tom Wolfs Bonfire of the Vanities gelesen wurde. Pierce & Pierce, ja klar, aber auch Wolffs mamorbeschlagene Einganshallen,
seitenlange Ausführungen über Blumenbouquets und andere Nutzlosigkeiten finden ihren Spiegel in Ellis Detailverssensenheit.

Kann man nicht vergleichen, diese Werke? Von Glavinic über Ellis zu Wolff? Warum eigentlich nicht.
Vor Wolff gab es bestimmt auch schon was, allein, dieser Kritiker kennt es (noch) nicht.

Von diesen drei Romanen ist American Psycho der wahrscheinlich nervtötenste, der Kameramöder der wahrscheinlich unwichtigste und Bonfire der wahrscheinlich
stringenteste. Alle leben von der Beobachtungsgabe ihrer Autoren und vom Tonfall ihrer Erzählungen - wobei Wolff ungefragt der Großmeister des Ersteren ist, während
man Ellis sein Durchhaltevermögen beim Letzteren zu Gute halten muss. Glavinic sollte noch üben. Ansätze sind da. Wirkung wird erzielt. Der Spiegel wird vorgehalten.

Und jetzt bitte in genau dieser reihenfolge lesen:

the bonfire of the vanities (auch das passende buch zu dieser website...)
american psycho
der kameramörder


Bleibt die Frage: Was ist eigentlich, wenn jemand Glavinic Roman verfilmt? Intention nicht verstanden?<
23.9.06 19:27


punktgleich mit den bayern

... nach dem 2:0 gegen wolfsburg auf platz 2, todifferenz WIR: 6:3, bayern 7:4.
na ja, 5. spieltag, aber ich darf mich ja trotzdem mal freuen.
23.9.06 20:04


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my bloody vanity

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